Der Gin Basil Smash ist DER Shooting Star der jüngeren Cocktailgeschichte. 2008 von Jörg Meyer (Le Lion, Hamburg)1 kreiert, hat er sich schnell über die ganze Welt verbreitet und es auch als Dauerbrenner auf unsere mobile Cocktailbar-Karte geschafft.
Die zunehmende Beliebtheit von Gin in den letzten Jahren hat sicher einen großen Anteil an dieser Geschichte. Eine Spirituose, die ihren Charakter der Aromatisierung mit zahlreichen Kräutern verdankt, eignet sich entsprechend gut für die Verarbeitung mit einem zusätzlichen Botanical – und immer nur Gin Tonic trinken ist eben auch langweilig :-)
Gin-Boom und die Idee hinter dem Smash
Die Idee, Alkohol mit Kräutern und Zucker anzureichern, ist allerdings sehr viel älter.
Smashes (vom engl. „to smash“ = zerschlagen, eindrücken) sind eine alte Drinkgruppe, die es schon Mitte des 19. Jahrhunderts, während der ersten Blütezeit der Barkultur gab.2 In Jerry Thomas’ Bartender’s Guide von 1862 wird der Smash auf Seite 46 als kleine Variante des Mint Julep beschrieben.3 Brandy, Whiskey oder Gin werden mit Minze, Zucker und Wasser gemischt, mit Früchten garniert und auf zerstoßenem Eis serviert. Im Gegensatz zu heutigen Varianten findet sich hier allerdings kein Zitronensaft.
Die Wiederentdeckung des Smash
Lange in Vergessenheit geraten, wurde der Smash Ende des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt, als eine neue Generation von Bartendern – auf der Suche nach Inspiration – alte Quellen für sich entdeckte. So zum Beispiel Dale DeGroff4 in New York, der den Smash mit Minze und Zitronenstücken mixte und so wieder beliebt machte.
Neue Ideen wie der „Cuisine Style“, der sich Techniken und Zutaten aus der Küche bedient, brachten Rezepte wie den Raspberry Thyme Smash5 mit Himbeeren und Thymian hervor. In dieser Richtung muss wohl auch Jörg Meyer gedacht haben, als er Basilikum in den Shaker gab und seinen Drink fast „Gin Pesto“ nennen wollte.6 Genau betrachtet ist der Gin Basil Smash eine Fusion aus Sour und Smash. Das Basilikum wird zuerst zwar gemuddelt (mit dem Mörser zerdrückt), dann jedoch mit den übrigen Zutaten wie ein Gin Sour auf Eis geschüttelt und abgeseiht.
Seine schnelle Verbreitung hat er – außer, dass es sich um ein harmonisches, exzellentes Rezept handelt – sicher der zunehmend über soziale Medien organisierten, weltweit gut vernetzten Bartender-Community und nicht zuletzt ihren begeisterten Gästen zu verdanken.
Wir mixen unseren Gin Basil Smash so
- 5 cl Bombay Gin
- 3 cl Zitronensaft
- 2–3 cl Zuckersirup
- 1 Handvoll Basilikum
Basilikum im Shaker gut muddeln und mit den übrigen Zutaten auf Eis kräftig schütteln. In einen Tumbler auf Eis abseihen (Double Strain) und mit einem Basilikumblatt garnieren.
Cheers,
Euer moving bars Team